Vollmond überm Rosengarten


Es ist ein Ros' entsprungen aus einer Wurzel zart,
wie uns die Alten sungen, von Jesse kam die Art
und hat ein Blümlein bracht,
mitten im kalten Winter, wohl zu der halben Nacht.


So lautet ein altbekanntes Weihnachtslied, gesungen schon im 16. Jahrhundert. Die letzte Zeile trifft dieses Jahr nicht zu. Von wegen kalter Winter! Wir haben den wärmsten Dezember seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, also seit dem
Jahr 1781, wo die erste professionelle Wetterstation im bayrischen Hohenpeißenberg  startete.  Was Wunder, wenn es rundum blüht, auch im Welsch-bacher Rosengarten. Die Rose Winter Sun, mehrfach bei inter-nationalen Rosenschauen mit Gold prämiert, bildet neue Knospen, die sich langsam im Sonnenschein entfalten. Ihr warmes Gelb vertreibt die düsteren Gedanken, lässt uns an helle Sommertage denken. Just so, wie im obigen Weihnachtslied beschrieben:

Das Röselein so kleine, das duftet uns so süß,
mit seinem hellen Scheine vertreibt's die Finsternis.


Auch im Winter ist der Welschbacher Rosengarten ein Erlebnis. Er ist immer geöffnet. Auch über Weihnachten wurde er besucht: Die herrliche Lage hoch auf dem Berg ermöglichte wegen des guten Wetters einen fantastischen Rundblick, bis hin zum Schaumberg. Der Clou war diesmal der Vollmond. Vollmond an Weihnachten – das letzte Mal gab es das vor 38 Jahren. Um es wieder zu erleben, müssen wir bis zum Jahr 2034 warten!  

 


Der Rosengarten im Winter

Die Arbeit ist getan, rund 250 Rosen wurden gepflanzt, eine Heidenarbeit.  Allesamt ersetzten die Neuan-kömmlinge ältere Exemplare der gleichen, bewährten Art.  35  Sorten  von drei Firmen wurden  eingebracht, von Acapella über Big Purple, Carina, Polarstern bis hin zur Schwarzen Madonna, um nur fünf der bekanntesten zu nennen. Einige der georderten Rosen sind aber leider nicht mehr auf dem Markt. Mit Bedauern mussten die Welschbacher Rosenfreunde feststellen, dass es etwa Liebeszauber nicht mehr gibt – an seiner Stelle wird künftig Duftfestival zu bewundern sein. 
Die Beete des Gartens sind gesäubert, die Rosen zurückgeschnitten und die Rosenstöcke angehäufelt, zum Schutz der Veredelungsstelle. Besonders die Hochstammrosen sind auf einen Winterschutz angewiesen, weil bei ihnen die empfindliche Veredelungsstelle stark wetterexponiert ist. Jetzt tragen diese Rosen ihr ansehnliches „Mützchen“ aus Vlies.
Was steht noch an? Die Ankunft der bestellten über 100 Rosenveredlungsunterlagen. Sobald sie da sind, werden sie umgehend eingebuddelt, nächstes Jahr wird dann okuliert: Reiser von den zu veredelnden Sorten werden geschnitten, eine ruhende Knospe („Edelauge“) derselben wird herausgeschnitten und mit einem kleinen Stück der sie umgebenden Rinde in die Unterlage eingesetzt.
Die Veredelungsspezialisten des Rosengartens, ob sie nun Ludwig heißen oder Paul  oder Harry, freuen sich schon jetzt darauf, ihre Kunst den interessierten Rosenfreunden zu demonstrieren.

 


Schuften im Nebel

Zweihundert Rosen sollten in der zweiten Oktoberhälfte kommen, jetzt endlich kamen sie:  35 Sorten, geliefert von drei  Firmen. Ihr Wert: stolze 1200 € – die Rosen-freunde Welschbach investieren viel, damit ihr Garten weiterhin landesweit seinen guten Ruf behält. Ausnahmslos sollten die neuen Rosen ältere Exemplare der gleichen, bewährten Art ersetzen. Acapella, Big Purple, Carina, Polarstern, Schwarze Madonna, um nur fünf der  bekanntesten zu nennen. Deponiert wurden die Ankömmlinge in vorbereiteten Eimern, auf denen ihr Name, ihre Anzahl und ihr künftiger Standort markiert waren. Die Nacht verbrachten sie im Wasser, an den nächsten beiden Tagen fanden sie dann ihren Bestimm-ungsort: 200 Löcher, alle 40x40x40 cm groß, wurden gegraben. Die ausgehobene Erde wurde dabei durch neue ersetzt, so wie es bei Neupflanzungen gemacht wird. Auch das war gut vorbereitet: Komposterde wurde im Vorfeld  mit frisch geliefertem Mutterboden gemischt, das Ganze mit Blumenerde gelockert.
Bei der Pflanzung der Rosenstöcke waren am ersten Tag zwei Vierer-, am zweiten Tag zwei Dreier-Teams im Einsatz, die allesamt ihre Aufgabe mit Bravour lösten. Auch am zweiten Pflanztag ging’s zeitig los, zum frühen Nebel kam später hin und wieder auch Sprühregen hinzu. Der Arbeitsmoral der Truppe tat dies keinen Abbruch.
Zur Mittagspause erschien Ria Petry mit knackiger Pizza. Zusammen mit dem stets präsenten Hauswein  sorgte dies im gut geheizten Clubheim für beste Stimmung. Gut gestärkt trat die Truppe zum Endspurt an.  Um 14 Uhr 30 war die Pflanzaktion beendet.

 


Mit Tammy kam die Wende

Acht Unermüdliche waren es beim letzten gemeinsamen Einsatz im Rosengarten, die emsig Unkraut jäteten und Rosenstöcke anhäufelten. Die Gruppe bestand durchweg aus Oldies, ihr Altersschnitt lag so um die 70. Dann aber, oh Wunder, trat die Zukunft des Vereins höchstpersönlich auf: Tammy, gerade mal 10 Jahre alt, Enkelin von Günther Recktenwald. Tammy sorgte für einen demografischen Wandel der positiven Art, denn der Altersschnitt der Truppe lag nun bei 62 Jahren!
Tammy hat aber nicht nur flinke Finger beim Unkrautrupfen, sondern auch beim Spiel mit ihrer Gitarre. Sie übt eifrig, nimmt auch Stunden.
Links Tammy mit der Hacke, unten Klaus Düppre mit der Gitarre

 

Klar, dass die Profis der Band „Ambassadors“ Tammy (noch) ein gutes Stück voraus sind. Das 12-köpfiges Jazz-Ensemble der US-Luftstreitkräfte aus Ramstein  begeisterte die Besucher beim 110-jährigen Jubiläum des MGV Liederkranz in der Welschbach-halle. Vor Ort war auch eine stattliche Delegation der Garten- und Rosenfreunde Welschbach, angeführt vom 2. Vorsitzenden Paul Petry. Der überbrachte Günter Schüller, in Personalunion Vorsitzender des MGV Liederkranz und Mitglied der Rosen-freunde, auf der Bühne die Glückwünsche seines Vereins und überreichte ein Präsent. Zu mehreren Bühnenauftritten brachte es Rosenfreund Josef Mechenbier, schließlich ist er aktiver Sänger im MGV Liederkranz. Einen kurzen Bühnenauftritt hatte Rosen-freund Ludwig Heintz. Er wurde für seine 30-jährige Mitgliedschaft im MGV Liederkranz geehrt.
Den Mutigen, so sagt man, gehört die Welt. Rosenfreund Wolfgang Weber kratzte seine Englischkenntnisse zusammen, um der sympathischen, stimmgewaltigen Sängerin Jill Marie Diem seine Komplimente zu machen.  Der große Coup gelang dann aber Klaus Düppre, dessen Schwiegersohn Nick als Sergeant der US Air Force  den Weg der Ambassadors nach Welschbach bahnte. Punkt 21 Uhr 45 hatte Rosenfreund Klaus seinen großen Auftritt:  Mit seiner E-Gitarre schaffte er es mitten in die Band!


Unser Rosenfest 2015


Der Erholungsort Illingen und seine Ortsteile haben eine Fülle traditioneller und sehr beliebter Feste. Eines davon ist das Welschbacher Rosenfest. Das fand bisher immer am ersten Wochenende im August statt. Diesmal  aber wurde nur am ersten Sonntag im August gefeiert. So will man es auch künftig halten. Grund ist die relativ dünne Personaldecke des Vereins. „Wir engagieren  uns schließlich auch an fast zeitgleichen Veranstaltungen hier in der Nähe“, erklärt der Vereinsvorsitzende Wolfgang Groß. „Gerade erst  das Welschbacher Dorffest, kurz davor die Kreisrosenschau auf Finkenrech – da müssen wir unsere Kräfte einteilen!“
Das „abgespeckte“ Fest am letzten Sonntag ist jedenfalls bestens geglückt, Petrus sei Dank! Strahlender Sonnenschein, ringsum ein farbenfrohes Blütenmeer, überall  fröhliche Gesichter – der Tag wird in Erinnerung bleiben. Die Aktiven des Garten- und Rosen-vereins Welschbach heimsten viel Lob ein, auch von den zahlreich erschienenen Ehrengästen. Gekommen waren unter anderem die Ortsvorsteher von Welschbach und Hirzweiler, Christian Petry und Helmut Raber.  Auch die Kandidaten für das Amt des Landrats, Tobias Hans und Sören Meng, waren erschienen. Ein Blickfang war Rosenkönigin Aline I. Aber nicht nur das Auge, auch der Magen kam auf seine Kosten: Zum Mittag gab’s  wahlweise Wildgulasch mit Rotkraut und Spätzle oder Rostwürste in verschiedenen Farben. Ein Highlight war wie jedes Jahr das reichhaltige Kuchenbüffet. Viel Beifall erntete die stimmgewaltige Chorgemeinschaft Welschbach - Hirzweiler für ihre gekonnte Darbietung.
Besonders stolz sind die Rosenfreunde auf ihre Tombola. Das hat seinen Grund: E
in Glücksspiel ist dann fair, wenn die Auszahlung unterm Strich gleich dem Einsatz ist. Wenn ich für 10 € Lose kaufe,  so müssen diesem Einsatz Preise im Wert von 10€ gegenüber stehen.

Bei den bekannten Glücksspielen ist  dies anders: Nur  50 Prozent der Einnahmen aus Lotto und Toto werden an die Gewinner ausgezahlt, bei der Glücksspirale sind es  sogar nur 35 Prozent. Diese Spiele verdienen also nicht das Prädikat „fair“. 
Ganz anders bei der Tombola der Rosenfreunde: 1000 Lose für je 50 Cents wurden verkauft. Dem  Einsatz von 500 € stand aber der phänomenale Gewinn von über 2000 € gegenüber  –  viele Gewinner, viele fröhliche Gesichter!
Die 200 zum Großteil wertvollen Preise verdankt der Rosenverein seinen großzügigen Spendern. Das Geld, das an den verkauften Getränken, an Kaffee und Kuchen und an der Tombola verdient wird, ist höchst willkommen, um die Blütenpracht im Garten langfristig zu sichern. Jedes Jahr werden schließlich für rund 1500 € neue Rosen gekauft.
Die zahlreichen Helfer und Helferinnen des Rosenfestes sind zuversichtlich, dass sich die peniblen Vorbereitungen gelohnt haben, dass all die Mühe nicht umsonst war. Kurzum: dass es allen Gästen so gut gefallen hat, dass sie nächstes Jahr wiederkommen.

 
Weitere Fotos siehe Bilder Rosenfest 2015

 

 


Klingende Gärten und Kreisrosenschau - ein Erlebnis

Herrliches Sommerwetter, prima Stimmung – die zahlreichen  Besucher der „Klingenden Gärten“ und der Kreisrosenschau auf Finkenrech waren allesamt happy. Die Organisatoren waren es auch. Iris Schmolze von der Tourismus- und Kulturzentrale des Landkreises Neunkirchen (TKN)  und die Vorsitzen des Kreis-Verbandes für Gartenbau und Landschaftspflege, Pauline Kohler, erinnerten sich noch zu gut an das entsetzliche Wetter im letzten Jahr, diesmal aber war Petrus günstig gestimmt. Nichts konnte schief gehen.
Um 11 Uhr eröffnete Schirmherrin Cornelia Hoffmann-Bethscheider die Veranstaltung. Die Landrätin betonte, dass der Landkreis Neunkirchen mit Stolz den Namen „Rosenkreis“ trägt.  Kein anderer Kreis in Deutschland darf sich mit diesem Titel schmücken. Seinen damals acht Rosengärten verdankt es unser Landkreis, dass der Verein der Rosenfreunde Deutschlands ihm 1985 den Ehrentitel „Rosenkreis“ verlieh. Dieses Titels, so die Schirmherrin, sollten wir uns weiterhin als würdig erweisen. Das aber gelänge nur, wenn die Rosenvereine des Kreises gesund bleiben, wenn sie die notwendige Unterstützung erfahren.
Die Schirmherrin konnte zahlreiche Ehrengäste begrüßen, unter ihnen Umweltminister Reinhold Jost, die Eppelborner Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset und das Mitglied des Landtages
Günter Heinrich,  Vizepräsident des Verbandes der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz. Nach den Grußworten der Gäste, die alle die vorbildliche Zusammenarbeit zwischen kommunalen Gremien und ehrenamtlichen Helfern lobten, erfolgte die Inthronisierung der neuen Rosenkönigin Aline I. Sie übernahm das Amt von Vorgängerin Marina I. Hübsch und charmant sind die beiden jungen Damen, und redegewandt sind sie auch: Marina verabschiedete sich mit herzlichen Worten, und Nachfolgerin Aline erfreute ihre bestens gelaunten Untertanen mit einer erfrischenden, freien Rede – „grad so,  wie mir äwe de Schnawwel gewachst  iss“.  
Der Tag wurde zum Fest der Sinne:  Blütenpracht fürs Auge, Musik fürs Ohr, Düfte für die Nase von Stauden, Gräsern, Rosen – und von Rostwürsten, Schwenkern, Dibbelabbes, Crêpes.  Fürs Kulinarische war bestens gesorgt.  Das Restaurant  „Orangerie im Landhotel Finkenrech“  bot Picknickkörbe an, deren Inhalt man auf der Picknickwiese genießen konnte.
Ein Highlight waren die prächtigen Rosengestecke, zu bewundern in den Schulungsräumen des Umweltzentrums. Die Rosenvereine aus Illingen, Stennweiler, Welschbach und Wemmetsweiler hatten sie dort mit viel Liebe aufgebaut. Originell war die Präsentation des Obst- und Gartenbauvereins Illingen, „Rosen in Dosen“ lautete hier das Motto. Alle Rosengestecke entwuchsen einem Sammelsurium von Dosen – kleine Dosen, große Dosen, runde Dosen, eckige Dosen. Gerade unter letzteren fanden sich echte Sammlerstücke. „Unser Mitglied Marlene Hinsberger hatte diesen Einfall“, erläuterte Wolfgang Meiser, Vorsitzende des Illinger Vereins und Ehrenvorsitzender des Kreisverbandes. „Marlene hat die Dosen gesammelt, gereinigt und koloriert“.
Als gegen 18 Uhr die Rosenvereine ihre Gestecke zu günstigen Preisen anboten, waren einige glückliche Käufer zu beobachten. Sie hatten die Gestecke mitsamt der Dosen erstanden. Marlene Hinsberger war sehr großzügig,  sie trennte sich sogar von ihren schmucken Nostalgiedosen.

 Weitere Fotos siehe Bilder Klingende Gärten 2015


Landau war eine Reise wert

Genau 45 Teilnehmer konnte der Vorsitzende Wolfgang Groß am Samstagmorgen bei der Abfahrt des Busses am Welschbacher Denkmal begrüßen: als jüngste seine sechsjährige Enkelin Leonie, als ältesten das Vereins-Urgestein Josef Mechenbier, 83.

 Prima Wetter, beste Laune –  die Landesgartenschau in Rheinland-Pfalz wurde für alle zum Erlebnis. Am 17. April 2015 wurde nach vierjähriger Vorbereitungszeit die Ausstellung eröffnet. Drei Wochen später zählte man schon 300.000 Besucher. Die Organisatoren hatten keine Mühe gescheut. 260.000 Frühlingspflanzen können bewundert werden. Bereits im Herbst 2014 wurden 180.000 Blumen-zwiebeln gesteckt, da sie Frost als Wachstumsauslöser benötigen.

In kleinen Gruppen bewegte sich die Delegation aus Welschbach durch ein Meer von Blüten, jetzt, Mitte Mai, vornehmlich Stiefmütterchen und Akeleien. Die meisten waren per pedes unterwegs, einige in einem der vier komfortablen, emissionsarmen Elektro-Züge. Leonie wurde von ihrem Anhang im gemieteten Bollerwagen transportiert. Eine tolle Aussicht bot die Fahrt im 33 Meter hohen Riesenrad sowie die Besteigung des eigens errichteten Ausstellungsturms.

 Die Welschbacher Rosenfreunde kamen voll auf ihre Kosten. Der 2. Vorsitzende Rainer Haaß bewunderte mit seiner Gattin die bereits herrlich blühende „Mainzer Fastnacht“, schließlich sind die Rosen an der südlichen Weinstraße früher dran als bei uns. Schriftführer Wolfgang Weber genoss auf einer der drei Bühnen eine amüsante Einführung ins Pfälzer Platt. Kassiere Paul Petry und der 2. Schriftführer Elmar Woll bestaunten den „Wühlmaus- und Maulwurfjäger HF 5002“, dessen Klopf-geräusche die gefürchteten Wühler nachweislich im Umkreis von 40 Metern vertreiben.

Im Juni müssen die Frühlingspflanzen der LGS der Sommerbepflanzung weichen. Im Spätsommer werden dann die Dahlien in voller Blüte stehen. In Anlehnung an das für die Region typische Amt der Weinkönigin wurde in Landau bereits 2011 eine Dahlienkönigin gewählt, die bundesweit für die LGS Landau wirbt. Beim Besuch der Delegation aus Welschbach hatte Ihre Majestät leider dienstfrei.

 

Weitere Fotos siehe Bilder Landesgartenschau Landau