Eröffnung des Wanderweges "Nach der Schicht"

Am 24. Juni war es so weit: Fünf Jahre hat seine Herrichtung gedauert, jetzt endlich konnte der Wanderweg „Nach der Schicht“ eröffnet werden. Viel Prominenz war vor Ort, an ihrer Spitze Reinhard Klimmt, ehemaliger saarländischer Ministerpräsident und Bundesminister. Für einen würdigen, zum Thema des Weges passenden Rahmen sorgte das Brass-Ensemble der Bergkapelle Saar und, in schmucker Tracht, eine Abordnung des Bergmannsvereins Hüttigweiler und der Barbara-Bruderschaft Hirzweiler-Welschbach.
Axel Nenno, Vorsitzender des Bergmannsvereins Hüttigweiler, stellt fest: „Wir haben immer noch rund 100 Mitglieder.  Aber es geht rapide bergab. In absehbarer Zeit gibt’s uns nur noch im Museum!“ Der Bergmann, der hierzulande eine Epoche prägte, nur noch als Wachsfigur im Museum? Das darf nicht sein, und just aus diesem Grund wurde er ja geplant und realisiert, der sehr schöne Erholungsweg  „Nach der Schicht“.

 Dieses Schmuckstück erkundeten nach den Begrüßungsworten der Ehrengäste rund 250 Wanderfreunde. Der Weg führte auch am Welschbacher Rosengarten vorbei, wo das traditionelle Bergmannsfrühstück mit Weck, Lyoner und Bier auf die Wanderer wartete.

 

Reinhard Klimmt beim Grußwort;  hinten das Brass-Ensemble und Bergleute in ihrer Tracht

Rast im Rosengarten, mit Weck, Lyoner und Bier

Vom Ost-Damm aus fotografiert:  Rast im Rosengarten, mit Weck, Lyoner und Bier

 


Von Osten kommt nicht nur Gutes

 

EX  ORIENTE  LUX – Aus dem Osten kommt das Licht. Vor Jahrzehnten in der Schule gelernt, bis heute behalten, weil tagtäglich durch die aufgehende Sonne daran erinnert.
Für den Rosengarten Welschbach kann der obige  Spruch variiert werden: EX  ORIENTE  AQUA – Aus dem Osten kommt das Wasser.  Im Juni vorigen Jahres wurde der Garten von einer Sintflut heimgesucht, es hieß binnen einer Stunde Land unter. Das Clubheim, die Küche, alles tief unter Wasser.
Jetzt schaffte die Gemeinde Illingen auf Wunsch der Rosenfreunde Abhilfe, im Rahmen der Einrichtung des Erholungsweges „Nach der Schicht“. Am Wegstück längs der Ostflanke des Gartens wurde ein Damm aufgeschüttet, der das Wasser künftig vom Garten fernhalten soll.
Unten ein Foto vom gerade fertig gewordenen Damm, an seinem Fuß der Erholungsweg. Am 24. Juni soll der Weg eröffnet werden, im Rahmen einer geführten Wanderung. Schirmherr der Veranstaltung ist Reinhard Klimmt, in den Neunzigern Ministerpräsident des Saarlandes. Klimmt ist ausgewiesener Kenner des Saarbergbaus.

Die Rosenfreunde werden sich mächtig ins Zeug legen, damit sich ihr Garten an diesem Tag von seiner schönsten Seite präsentiert.
 


Gesunde Rosen für jeden Garten

- so lautete der Titel des Seminars, das in Schmelz im malerischen Kulturzentrum Bettinger Mühle, Sitz des Verbandes der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz, stattfand. Schauplatz des praktischen Teils der Veranstaltung war der Bäuerliche Lehr- und Schaugarten, der in verschiedene Teilbereiche gegliedert ist. Neben Obst und Gemüse findet der Besucher hier auch Zierpflanzen, insbesondere Stauden, aber auch Rosen.

Seminarleiter war Heiko Hübscher, renommierter Rosenexperte und Chef des Rosengartens Zweibrücken. Er gab Antworten auf die Fragen,  wie man mit Rosen naturgemäß gärtnern kann. Dabei brachte er seinen unerschöpflichen Erfahrungsschatz ein, spannte den Bogen über Standort- und Sortenwahl bis hin zu Pflege- und Kulturmaßnahmen. Auch Tipps zur Gestaltung mit Rosen und den passenden Begleitpflanzen fehlten nicht.

Wichtiger Teil des Seminars war das Thema „Rosenschnitt“. Den fachgerechten Schnitt demonstrierte Hübscher an Edel-, Beet-, Strauch- und Kletterrosen.

Die Veranstaltung war gut besucht, etwa zwei Dutzend Rosenliebhaber waren gekommen. Begrüßt wurden sie von Monika Lambert-Debong, Geschäftsführerin des Verbandes und Chefredakteurin der Verbands-Zeitschrift „Unser Garten“. Frau Lambert-Debong gab ihrer Freude darüber Asdruck, dass der Verbands-Garten Teil des Projektes "Gärten ohne Grenzen" geworden war. Lobende Worte fanden auch Landrat Patrick Lauer und der Beigeordnete Wolfram Lang, der in Vertretung des Schmelzer Bürgermeisters Armin Emanuel erschienen war.
Vor Ort waren auch zwei Teilnehmer vom Rosengarten Welschbach, Reiner Haaß und Brigitte Weber. Letztere hatte am Ende des Seminars ein Erfolgserlebnis der besonderen Art. Zur Information lag eine Reihe von Fachbüchern aus, ein ganz wichtiges aber war vergessen worden: Heiko Hübschers Werk „Rosen schneiden“, das 1 x 1 des Rosenschnitts. Brigitte Weber hatte das Buch dabei, sehr zur Freude des Autors. Der bedankte sich durch eine persönliche Widmung auf der ersten Buchseite.  

 

 
 

Weitere Fotos siehe Bilder, Rosenseminar Schmelz


Kann jetzt bewundert werden: Frau Penth bei der Gartenarbeit

 

Noch in diesem  Frühjahr soll der Erlebnisweg Nach der Schicht eröffnet werden. „Der Wanderer kann auf einer Strecke von rund neun Kilometern an Hand von Informationstafeln Wissenswertes über das arbeitsreiche und beschwerliche Leben eines Bergmannes und seiner Familie um 1900 erleben“, so Geografin Christiane Nagel, die das Projekt seit 2011 betreut. Der Weg verläuft größtenteils durch Welschbach, führt auch ein Stück durch Stennweiler, streift Hüttigweiler.
An sechs Standorten werden Szenen aus dem Alltag der fiktiven Bergmannsfamilie Penth mit Figuren aus Corten-Stahl veranschaulicht. Einer der Standorte ist der Rosengarten Welschbach. Der Weg passiert die Ostflanke des Gartens, soll dort  künftig ein Schutzwall sein gegen etwaiges Hochwasser, wie es dem Rosengarten im Juni des vergangenen Jahres so zu schaffen machte.
Die vor dem Garten vor einigen Tagen installierten Objekte (zu sehen auf obigem Foto) haben das Thema „Der Selbst-versorgungsgarten hinterm Haus“. Die Rosenfreunde sind stolz, mit ihrem Garten zur Attraktion des Wanderweges beizutragen. Dies ist gewissermaßen ein Dankeschön an den  saarländischen Bergbau, dem der Garten sehr viel verdankt. So schmerzlich der Niedergang der Kohleförderung in den 60er und 70er Jahren für unser Land war, für den Welschbacher Rosengarten hatte er eine äußerst positive Seite. Denn am Ende der 70er fand eine Reihe von früh pensionierten Welschbacher Bergleuten den Weg zu den Rosenfreunden –  Männer im besten Alter, hoch qualifiziert, bis hin zum Steiger.
Diesen ehemaligen Bergleuten verdankt der Welschbacher Rosengarten seine Pracht.  Für Josef Raff, Mitte der Achtziger Präsident der Gesellschaft Deutscher  Rosenfreunde, hatte Welschbach den schönsten der acht Rosengärten des Landkreises Neunkirchen.
So trug das Welschbacher Schmuckstück  wesentlich dazu bei, dass der Landkreis Neunkirchen 1985 zum ersten und bislang einzigen Rosenkreis Deutschlands ernannt wurde.

 


Auch im Winter schön: der Rosengarten

HERZLICH WILLKOMMEN  heißt es am Eingangstor des Rosengartens Welschbach. Der Garten ist auch in der kalten Jahreszeit geöffnet, er ist immer einen Besuch wert. Momentan ist es im Rosengarten sehr still. Bei klirrender Kälte ruhen die Rosen, hier als Schutz gegen den Frost angehäufelt, dort mit Mützchen verhüllt. Die Heinzelmännchen und  Heinzelfrauchen, die hier unermüdlich werkeln, gönnen sich ebenfalls eine Pause. 
Bei jedem Besuch lässt sich im Garten Neues entdecken. Immer wieder hat er Überraschendes parat. Etwas ganz Besonderes bot sich hier just vor einem Jahr.  Vom „Vollmond überm Rosengarten“  schwärmte der Chronist in seinem letzten Bericht des Jahres 2015. In obiger Kopfzeile 2015  anklicken, schon ist dieser Bericht da...